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2. Sitzung des Arbeitskreises Berufsbild im VdA

Profilschärfung des Archivar/innenberufs

2. Sitzung des Arbeitskreises Berufsbild im Verband deutscher Archivarinnen und Archivare e.V.!

 

Am 22. November 2006 fand in Fulda die 2. Sitzung des am 5. Juli d. J. gegründeten Arbeitskreises Berufsbild im Verband deutscher Archivarinnen und Archivare e.V. (VdA) statt. Dem AK gehören neben dem Bundesarchiv, den Staats- und Kommunalarchiven sowie den Archiven politischer Parteien auch die Vertreter/innen der ausbildenden Einrichtungen: Archivschule Marburg, Bayerische Archivschule und die FH Potsdam an. Der Fachbereich Informationswissenschaften der FHP wird von Frau Prof. Dr. Susanne Freund repräsentiert.

 

Der Schwerpunkt der 2. Sitzung lag in der Sammlung von Meinungsbildern zum künftigen Berufsbild der Archivar/innen. Es wurde nicht nur ein Blick auf die aus den Archivgesetzen der Bundesländer ableitbaren archivischen Aufgaben geworfen, sondern auch das Berufsbild im Code of Ethics (ICA) und im EU-Report „Archive in einer erweiterten EU, Prioritäten künftigen Handelns“ sowie die Organisationsstruktur der nordrhein-westfälischen Landesarchivverwaltung näher beleuchtet und einer kritischen Prüfung unterzogen.
Die Ergebnisse dieser Prüfung zeichnen ein Berufsbild der Archivar/innen, das eine Symbiose zwischen den Anforderungen an die Archive der Moderne − Stichwort: Digitale Langzeitarchivierung und Schriftgutverwaltung − und der traditionellen, „klassischen“ Archivarbeit darstellt.
Dass der derzeitige Aufbau des Studiengangs Archiv im FB Informationswissenschaften in Form eines integrativen und modularisierten Studiums die Studierenden für die Aufgaben und Herausforderungen der Zukunft bereits bestens wappnet, zeigte der Vortrag zum Abschluss der Sitzung von Frau Prof. Freund. Sie stellte die Inhalte der Potsdamer Ausbildung sowie die Ergebnisse der Evaluierung durch die Studierenden im SS 2006 im Rahmen des Seminars „Organisation von Archiveinrichtungen“ vor. Unterstützt wurde sie hierin von Sebastian Post (Student im 3. Semester Archiv), der für Nachfragen hinsichtlich der studentischen Perspektive zur Verfügung stand.
Entscheidend ist, dass die Studierenden des Fachbereichs Informationswissenschaften einerseits in den integrativen Modulen Kompetenzen im Bereich Digitalisierung & Bestandserhaltung, Records Management, Langzeitspeicherung, Management von Informationseinrichtungen, Schlüsselqualifikationen und andererseits in dem darauf aufbauenden „Dreisäulenmodell“ des Studiengangs Archiv − klassische Archivarbeit, Geschichtsvermittlung, digitale Archivierung − archivische Kernkompetenzen erwerben, die sie für die speziellen Anforderungen in Archiven qualifizieren.
Hierbei kommt der Historischen Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit sowie der Archivpädagogik ein besonderer Stellenwert zu, da sich Archive − wie der 76. Archivtag „Archive und Öffentlichkeit“ im September 2006 in Essen gezeigt hat − mehr denn je in der Bildungs- und Kulturlandschaft als geschichtsvermittelnde Einrichtungen positionieren. Dieser Paradigmenwechsel wird das Aufgabenspektrum von Archivar/innen nachhaltig beeinflussen. Dies zeigen auch die Ergebnisse der Evaluierung und die Erfahrungen in den Praktikumsphasen seitens der Studierenden, die u. a. ein verstärktes Geschichtsinteresse proklamieren und die Stärkung archivpädagogischer Inhalte postulieren.

Das Selbstverständnis und die Anforderungen an den Archivar/innenberuf befinden sich in einem Veränderungsprozess, der die künftigen Ausbildungsinhalte prägen und die Profilschärfung des Berufsbilds „Archivar/in“ erfordern wird. Der Fachbereich Informationswissenschaften wird hierzu zum einen durch die Einführung der Bachelor- und Masterstudiengänge sowie zum anderen durch die aktive Teilnahme am Arbeitskreis Berufsbild einen wesentlichen Beitrag leisten!

 

3. Dezember 2006, Sebastian Post, Student des 3. Semesters Studiengang Archiv

 

 

Letzte Änderung:  04.12.2006