News 2008
Mittwoch, 08.10.2008
Drittmittelprojekt mit dem Deutschen Adelsarchiv Marburg gestartet
Erschließung und Bereitstellung wertvoller Archivbestände
Am 1. Oktober 2008 startete unter Leitung von Prof. Susanne Freund ein neues Drittmittelprojekt des Fachbereichs Informationswissenschaften. Es handelt sich um eine Kooperation mit dem in Marburg ansässigen „Deutschen Adelsarchiv“. Der Kontakt entstand auf Initiative des Repräsentanten der „Vereinigung der deutschen Adelsverbände“, Klaus von Heimendahl, der in Potsdam ansässig ist.
Inhalt der Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Informationswissenschaften ist die Erstellung eines Konzepts zur Strukturierung und Verzeichnung der Archivbestände durch die Projektleitung in Zusammenarbeit mit dem Brandenburgischen Landeshauptarchiv. Die Umsetzung erfolgt durch zwei Studierende des 7. Semesters (Studiengang Archiv), Sebastian Post und Marcel Ruhl. Ziel ist die Erstellung eines umfangreichen digitalen Findbuches zur effektiven öffentlichen Nutzung der Archivalien.
Denn die Bestände des 1961 gegründeten Deutschen Adelsarchivs sind bislang unerschlossen. Die Anfänge des Archivs gehen auf die Privatinitiative des aus Breslau geflüchteten Oberregierungsrates Hans Friedrich von Ehrenkrook und des aus Mecklenburg vertriebenen Rechtsanwalts Jürgen von Flotow zurück. Beide begannen nach Ende des Zweiten Weltkriegs mit der Veröffentlichung von Flüchtlingslisten mit Suchanzeigen, die von 1948 bis 1961 unter dem Namen „Deutsches Adelsarchiv“ erschienen. Zu den Aufgaben des seit 1994 als Stiftung geführten Adelsarchivs zählen inzwischen vor allem die Herausgabe der Genealogischen Handbücher des Adels mit dem Deutschen Adelslexikon, die Übernahme von Unterlagen zur Geschichte des Adels, regionaler Adelsvereinigungen sowie der Familien des historischen Adels. Ferner werden aktuelle Themen wissenschaftlicher Arbeiten zur Adelsgeschichte gefördert.
Kein Wunder, dass die Projektpartner großes Interesse an der Erschließung dieser wertvollen Bestände haben. Das betonte auch der Archivleiter, Dr. Christoph Franke, der am 22. September 2008 gemeinsam mit Dr. Graf von Finkelstein und Klaus von Heimendahl zur Unterzeichnung des Kooperationsvertrages in die Fachhochschule gekommen war. „Das Projekt ist für unseren Fachbereich in jeder Hinsicht eine Bereicherung“, so der Dekan des FB, Prof. H.-Christoph Hobohm. Darüber hinaus wies Frau Prof. Freund darauf hin, dass die Studierenden nicht nur weitere Praxiserfahrungen gewinnen, sondern auch wertvolle Kenntnisse der Historischen Hilfswissenschaften wie Genealogie, Heraldik und Diplomatik vertiefen werden.
Etappenziel ist zunächst eine zweimonatige Pilotphase, in der die erste Teillieferung der Archivalien durch Herrn Post und Herrn Ruhl erschlossen und mit der Archivierungssoftware FAUST verzeichnet wird. Eine anspruchsvolle Aufgabe für die kommenden Wochen. Doch es lohnt sich! Denn im Laufe der Arbeiten werden sicherlich bislang unentdeckte Schätze gehoben. Wir dürfen auf die Ergebnisse gespannt sein!
Sebastian Post, Marcel Ruhl (7. Sem. Arc hiv)


