News 2008
Freitag, 06.06.2008
Innovationspreis für Potsdamer Diplomarbeit zum Thema „Bibliotheken in Second Life”
Was hat die virtuelle Welt mit den realen Bildungsproblemen Deutschlands und der dramatischen Entwicklung im Bibliothekswesen zu tun?
Diese Frage beantwortet die Studie des Potsdamer Diplom Bibliothekars Jin TAN, der zu diesem Thema im Herbst 2007 sein Studium zum Diplombibliothekar abschloss. Er erhielt am 6. Juni 2008 auf dem 97. Deutschen Bibliothekartag dafür den renommierten „Innovationspreis" des 'Berufsverbands Information Bibliothek (BIB)'!
Als wesentliches Ergebnis der Arbeit kann festgestellt werden, dass virtuelle Welten eine Brücke zwischen dem Analogen und dem Digitalen darstellen, die vor allem auch Jugendliche erreicht. Es handelt sich hier mitnichten um ein simples Computerspiel, sondern um eine wichtige Möglichkeit, bestimmte Personen auf eine zielgruppengerechte Art und Weise anzusprechen. In unserer medienbetonten Welt ist es ein nicht zu unterschätzendes Instrument der Bildungs- und Informationsarbeit, die Bibliotheken bereits in beiden Welten leisten. In Second Life waren schon zum Zeitpunkt der Studie (im Sommer 2007) eine große Anzahl von Bibliothekaren aktiv, die die neue Chance zur Bildungsarbeit in dem jugendgerechten Forum adäquat nutzten. Die virtuelle Welt stellt vor allem durch den möglichen persönlichen Kontakt zwischen "Avataren" eine Alternative zu problematischerem Medienkonsum vor dem Fernseher oder mit Computerspielen dar.
Der mit 500,- € dotierte Preis wird vergeben in Zusammenarbeit mit der Zeitschrift B.I.T. Online, die die jährlich prämierten Abschlussarbeiten in der Buchreihe "B.I.T. online innovativ" veröffentlicht. Jin Tan setzt damit die Erfolgsserie der Potsdamer Bibliothekswissenschaftler fort, die seit 2003 fast jedes Jahr diesen nationalen Preis erhalten.
Die „Verteidigung der Diplomarbeit“ kann im Internet noch einmal live miterlebt werden. Der Text der Diplomarbeit selber ist veröffentlicht in E-LIS, dem zentralen internationalen Repositorium der Informationswissenschaften. Glückwünsche nimmt er in seinem Weblog „Bibliotan“ entgegen.
Kontakt:
Prof. Dr. Hans-Christoph Hobohm
Tel. 0331 580 1500

